SimPat-Projekt wird am AGAPLESION ELISABETHENSTIFT DARMSTADT erprobt

Darmstadt, 16. August 2019 - IT-System für besseren Informationsaustausch bei dementen Patienten. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt soll die Vernetzung von Behandelnden vorantreiben, um die Versorgung an Demenz erkrankter Patienten zu verbessern.

Ein alltäglicher Fall für Klinikpersonal: Ein an Demenz erkrankter Mensch wird mit einem akuten Oberschenkelhalsbruch ins Krankenhaus eingeliefert. Das Problem: Er kann auf Grund seiner Demenz die benötigten Informationen nicht mehr selbst oder nur unvollständig weitergeben. Nun kommt es auf den Informationsaustausch zwischen den verschiedenen Stellen, an denen er medizinisch oder pflegerisch versorgt wird oder wurde an – den Hausarzt, das Krankenhaus, das Pflegeheim oder die Angehörigen. Denn oftmals leiden betagte Patienten unter weiteren Erkrankungen, über die die behandelten Ärzte im Krankenhaus informiert werden müssen. Auch wissenschaftliche Analysen haben bestätigt, dass der Informationsaustausch zwischen dem ambulanten und stationären Sektor häufig nicht reibungslos funktioniert.

Hier setzt die SimPat-Software an: Das Fallmanagement-System bündelt alle notwendigen Informationen und stellt sie beiden Sektoren zur Verfügung. Andrea Maetzel, die die Erprobung der Software im AGAPLESION Elisabethenstift koordiniert, rechnet mit vier bis acht Patienten pro Monat, die für das Projekt in Frage kommen. Nach der Zustimmung der Angehörigen wird sie mit den Hausärzten Kontakt aufnehmen und SimPat vorstellen. Dann können Krankenhaus, Hausarzt, Angehörige und gegeben falls auch Therapeuten auf die Daten des Patienten zugreifen. Der Hausarzt wird beispielsweise über die Entlassung des Patienten aus dem Krankenhaus informiert. „Für Angehörige gibt es zusätzlich Schulungsvideos zu verschiedenen Themenbereichen“, erklärt Maetzel.

PD Dr. med. Mathias Pfisterer, Projektleiter am AGAPLESION ELISABETHENSTIFT DARMSTADT und Chefarzt der Klinik für geriatrische Medizin betont die Vorteile von SimPat für demente Patienten: „Ich sehe in dem SimPat-Projekt eine große Chance, multimorbide Patienten mit Demenz, deren Angehörige und Pflegende in dem Versorgungsprozess zu unterstützen und die Interaktion zwischen den unterschiedlichen Leistungserbringern zu erleichtern.“

Vor der Erprobungsphase wurde die erste Phase des Projekts, eine Situations- und Bedarfsanalyse, abgeschlossen. Dazu wurden Ärzte und Pflegekräfte aus dem AGAPLESION ELISABETHENSTIFT sowie Ärzte, Sozialdienstmitarbeiter und Angehörige befragt und anhand der Daten ein Fallmanagement-Prozess definiert. Das Pilotprojekt läuft noch bis Ende des Jahres.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt mit rund 1,7 Millionen Euro. SimPat steht für „Sicherung intersektoraler Versorgung durch ein IT-gestütztes Dienstleistungskonzept für multimorbide Patienten mit Demenz“. Beteiligt an diesem Projekt sind: AGAPLESION gAG Frankfurt, AGAPLESION Elisabethenstift Darmstadt, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Institut für Innovationsforschung, Deutsche Stiftung für chronisch Kranke Fürth, TU Braunschweig Peter L. Reichertz Institut f. Medizinische Informatik der TU Braunschweig und der Medizinischen Hochschule Hannover, Sector5 GmbH Köln.

AGAPLESION  ELISABETHENSTIFT

Die AGAPLESION ELISABETHENSTIFT gemeinnützige GmbH vereint medizinische und pflegerische Kompetenz. Das Evangelische Krankenhaus – mit mehr als 400 Betten das zweitgrößte Krankenhaus in Darmstadt – besteht aus den Kliniken für Innere Medizin, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin, Geriatrie (mit Geriatrischer Tagesklinik) und Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (mit Gerontopsychiatrischer und Psychiatrischer Tagesklinik sowie Psychiatrischer Institutsambulanz). Zudem stehen für die medizinische Versorgung das Zentrum für Anästhesie, OP und Schmerztherapie, die Interdisziplinäre Intensivstation, das Magen-Darm-Zentrum, das Darmzentrum, das Schilddrüsenzentrum, das Pneumologische Zentrum, das Zentrum für Hospiz- und Palliativversorgung, die Abteilung für Radiologie, das Schlaflabor und die Interdisziplinäre Notaufnahme zur Verfügung. Des Weiteren ist eine Belegabteilung für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde vorhanden.

Im Medizinischen Versorgungszentrum arbeiten spezialisierte Arztpraxen unterschiedlichster Fachrichtungen kooperativ mit den stationären Versorgungsstrukturen des Krankenhauses zusammen. Das Elisabethen-Hospiz trägt zur würdigen und schmerzfreien Versorgung von Menschen an deren Lebensende bei. Die Diakoniestation – Ambulante Pflege gehört mit ihren über 40 Mitarbeitern zu den erfahrensten und traditionsreichsten Anbietern ambulanter Pflege und individueller Hilfe in Darmstadt. Die Einrichtung Wohnen & Pflegen gibt älteren Mitmenschen entweder auf Zeit oder auch auf Dauer ein Zuhause. Sorgenfrei und sicher wohnen und leben im Alter können Seniorinnen und Senioren in der Seniorenresidenz Mathildenhöhe.

Das AGAPLESION ELISABETHENSTIFT  wird von drei Gesellschaftern getragen: Der AGAPLESION gemeinnützige Aktiengesellschaft (60 Prozent), dem Elisabethenstift (20 Prozent) und dem Evangelischen Dekanat Darmstadt-Stadt (20 Prozent). Die AGAPLESION ELISABETHENSTIFT gemeinnützige GmbH verfolgt ausschließlich unmittelbar gemeinnützige Zwecke.

Weitere Informationen über das AGAPLESION ELISABETHENSIFT finden Sie im Internet auf: www.agaplesion-elisabethenstift.de

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